Nachname:
Crinis de
Vorname:
Max
Epoche:
20. Jahrhundert
Arbeitsgebiet:
Neurologie
Geburtsort:
Ehrenhausen (AUT)
* 29.05.1889
† 02.05.1945
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Deutscher Psychiater und NS-Funktionär.

 

Max de Crinis (1889-1945) kam in Ehrenhausen (Graz) zur Welt. Nach dem Medizinstudium begann er eine Wissenschaftskarriere. Crinis wurde 1927 Ordinarius in Graz, trat 1931 der NSDAP bei und erhielt 1943 den Rang eines SS-Standartenführers. Er war Mitglied des Beirats der 1935 gegründeten Gesellschaft Deutscher Neurologen und Psychiater, sowie ab 1938 als Nachfolger von Karl Bonhoeffer Ordinarius in Berlin an der Charité. 1939 war de Crinis Kuratoriumsmitglied des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Hirnforschung. 1943 wurde er als Ordinarius an die Universität Köln berufen. Max de Crinis war an der Planung der nationalsozialistischen Krankenmorde beteiligt. Außerdem erarbeitete er das NS-Euthanasiegesetz mit. Er war u. a. Referent für Medizin im Reichsministerium für Wissenschaft, Beirat des Bevollmächtigten für das Gesundheitswesen, Leiter des Instituts für Allgemeine Psychiatrie und Wehrpsychologie der Militärärztlichen Akademie und beratender Psychiater beim Heeressanitäts-Inspekteur. Crinis tötete sich am 2. Mai 1945 in Stahnsdorf/Teltow mit Zyankali.

 

Literatur

Crinis, M. d. (1924): Epilepsie. Mit 14 Abbildungen und 26 Kurven im Text. Berlin: Urban & Schwarzenberg.

Crinis, M. d. (1944): Der Affekt und seine körperlichen Grundlagen. Eine Studie über die Leib-Seele-Beziehung. Leipzig: Thieme.

Crinis, M. d. (1920): Die Beteiligung der humoralen Lebensvorgänge des menschlichen Organismus am epileptischen Anfall. Berlin: Springer.

Crinis, M. d. (1934): Anatomie der Hörrinde als Grundlage des physiologischen und pathologischen Geschehens der Gehörswahrnehmung. Berlin: Springer.

Crinis, M. d. (1943): Das vegetative System in seinen Beziehungen zu den klinischen Krankheitserscheinungen. Leipzig: Thieme.

Crinis, M. d. (1942): Der menschliche Gesichtsausdruck und seine diagnostische Bedeutung. Leipzig: Thieme.

Crinis, M. d. (1938): Anatomie der Sehrinde. Berlin: Springer.

Jasper, H. (1991): Maximilian de Crinis (1889-1945). Eine Studie zur Psychiatrie im Nationalsozialismus. Husum: Matthiesen.

Roelcke, V. (2008): Politische Zwänge und individuelle Handlungsspielräume. Karl Bonhoeffer und Maximilian de Crinis im Kontext der Psychiatrie im Nationalsozialismus. In: U. Schagen, S. Schleiermacher (Hg.): Die Charité im Dritten Reich. Zur Dienstbarkeit medizinischer Wissenschaft im Nationalsozialismus. Paderborn: Schöningh, S. 67-84.

 

Ansgar Fabri

 

Zitierweise
: Crinis de, Max.
In: Biographisches Archiv der Psychiatrie.
URL: biapsy.de/index.php/de/9-biographien-a-z/134-crinis-de-max
(Stand vom:17.11.2018)